Nachdem der Herbst nicht nur astronomisch mit der Tag-und-Nach-Gleiche am 22.09. sondern nun auch temperaturmäßig Einzug gehalten hat, erwarten viele Zeitgenoss*innen mit ambivalenter Anspannung, was diese Zeit so bringen wird. Mehr Aufenthalte in Innenräumen mit entsprechend riskanten Folgen bezüglich der Ansteckungsgefahr, das wird prognostiziert – und das liegt auch jenseits der Krisenzeiten im jahreszeitlichen Trend. Die mittels COVID zugespitzten Krisenaussichten erscheinen angesichts von Blättern, die Farbe bekommen und abfallen und der sich andeutenden herbstlichen Depressionsstimmung, die mit lästigen Erkältungssymptomen einhergehen, im neuen, nachlassenden Licht. Das scheint oft nicht das unnachahmliche Licht des „goldenen Oktobers“ mit seinen warmen Rottönen zu sein. Denn auch sowas gibt’s ja im Herbst: eine wunderschöne und anders bunte Natur im Verblühen im Lichte der niedrig stehenden Sonne, Kürbisse an jeder Ecke, gemütliche Zeiten mit Familie, Basteln, Kachelofen, Lesen, Heim verschönern und Durchschnaufen nach den Aktivitäten des Sommers. Der Herbst hat Zeitqualitäten zu bieten, die gerade in der Diskussion über Raumluftreiniger und Stoßlüftungen und den undurchsichtigen Informationen über die Auflagen und neuen, „ins Haus stehenden“ Einschränkungen untergehen. Herbstzeit, das war sprachgeschichtlich auch „Erntezeit“. Jetzt kommt aber so ein „Herbst der schlechten Laune“ daher und vermasselt den ganzen Erntedank im fahlen Licht der ganzen Bedrohlichkeiten. Scheiß Virus. Und nun trifft es auch noch auf geschwächte Psychen, angegriffene und anfällige Immunsysteme, auf reichlich Genervtheit und angestrengt kaschierte Ängstlichkeiten. Da soll Frau und Mann nicht depressiv werden – oder je nach dem persönlichen Schutz- und Abwehrmuster eben aggressiv. So geht das ja nicht!!! (Drei Ausrufezeichen – gerne auch auf der Straße lauthals hinaus geplärrt in die triste Herbststimmung mit kondensierendem Atem, nebst gefährlicher Aerosole, versteht sich.)

Die Menschen hatten sich Zeiten mit viel wärmender Herbstsonne in tröstlicher Kombination mit der Geborgenheit erwartet, die sich bei prasselnden Kaminfeuern entwickelt. Und nun? Geht viel Zeit dafür drauf, zu verstehen, was sich gerade in der sogenannten „zweiten Welle“ tut – und wie darauf reagiert wird. Also konkret, meine ich: Wo darf ich hin, wo übernachten und wo nicht? Wo darf ich was – und was – eigenverantwortlich – nicht mehr? Und (ab) wann? Das sind nervige Zeiten in diesem Herbst. Sie sind zwangsgefüllt mit Zeugs, das keiner wissen will, aber wissen muss. Es sind Zeiten mit einem „Verweisungsüberschuss an Möglichkeiten“, so würden eingefleischte Systemtheoretiker sagen. Andere wohl eher: „Alles viel zu kompliziert! Da blickt doch keiner durch!“ Und sich genervt abwenden in ihre gepflegten Depressions- und Aggressionsschübe. Rückfall in Lockdown-Symptome, nur schlimmer. „Und keiner macht was – und ich kann auch nix machen.“ (Das sind die Depressiven.) Eine „verzweifelte Position“ im Sinne der Transaktionsanalyse und ihres Modells der O.k.-Haltungen. Ich bin nicht o.k. und die anderen auch nicht. Oder: „Keiner macht was – aber ich sag euch jetzt mal was!“ (Das sind die Aggressiven: Ich o.k. und die anderen haben keinen Schimmer!) Da zieht es selbst den distanzierten Beobachter*innen die wärmenden Wollsocken aus. Und dabei könnte doch der Herbst so schön sein. Mit all seinen Zeiten, die sich aus dem Gang der naturzeitlichen Dinge ergeben. Zeiten, um nach den sommerlichen Erholungs- und Erlebnisturbulenzen mal wieder herunterzukommen, zu sich und zu den anderen, zum guten Buch und dabei zum dampfenden Tee oder betörenden Rotwein zu greifen und die Seele baumeln zu lassen – und für all das dankbar sein zu können. Aber wie soll das gehen in diesem Herbst des Elends, dessen Steigerungsmeldungen auch für gut abgrenzte Mediennutzer*innen kaum abschaltbar ist? Und jetzt soll auch noch der tröstende Alkohol beim kuscheligen Cornern verboten werden. Empörung! Unsere ersehnten Herbstzeiten sind okkupiert von den Folgen der Pandemie. Sie werden uns genommen, sind zwangsbefüllt mit vielem, was wir nicht hören, sehen, spüren, wahrnehmen und ertragen wollen.

Wie also den Herbst naturzeitgemäß genießen? Wie zu anderen Herbstzeiten kommen?

Wir könnten beispielsweise die Fäden wieder aufnehmen und verweben, die wir im Frühling (auch damals zwangsweise) begonnen hatten zu ziehen und zu verfolgen und die in den sommerlichen Sehnsüchten und Hoffnungen nach dem Zurück ins alte Normal fallen gelassen wurden und in Vergessenheit gerieten.

„Damals“ hatte ich, wie von Matthias Horx vorgeschlagen, in einer „Re-gnose“ an einem sonnigen Wochentag im (imaginierten) Oktober 2020 an folgende Punkte gedacht, die ich hier nochmal aufnehmen und ausgewählt wortwörtlich zitieren will. Ich hatte damals – wie ich es oft tue – im Fünfeck[1] gedacht und zu den Zeitdimensionen Überlegungen angestellt, um den „Dung im Mist“ zu (er-) finden. Ich wollte mir und anderen neue Möglichkeitsräume eröffnen, Chancen statt Risiken suchen und finden.

 

Damals, am 22. März diesen Jahres, hatte ich mir in meinem imaginären Blick zurück aus dem Oktober im Biergarten am hiesigen Kloster Reutberg folgende Punkte notiert und in diesem Blog veröffentlicht. Sie können ja nun in der Retrospektive mal schauen, ob und wie es sich bei Ihnen so entwickelt hat. Ich habe den Text (in den ausgewählten Passagen) so belassen, wie er Ende März unter dem Titel „Und nun? Was tun? Vol. 1“ veröffentlicht wurde. Und fand das auch in dieser Herbstzeit bedenkenswert.

22. März 2020, Gedanken aus dem Biergarten im Oktober 2020 zurück an die Zeit des Lockdowns im Frühling:

„Eigenzeiten

  • Es war endlich mal wieder Zeit für Vergessenes und Verschüttetes: „Das wollte ich immer schon …, müsste ich endlich mal wieder …“ Es wurde viel aufgeräumt, repariert, lange Zurückliegendes wurde wieder neu entdeckt, alte Hobbies wurden wiederbelebt, neue angefangen. Unbekanntes und Faszinierendes, wofür bisher nie Zeit war, wurde flugs zum Lernprojekt und zur Eigenzeit: Es wurde musiziert (na ja – eher wars der Versuch), schweißen gelernt, handgewerkelt – und solche Sachen eben. Die Eigenzeiten – jetzt reichlich vorhanden – wurden, so schien es, vielfältiger, weil es für die „VielzeitgenossInnen“ viel davon gab.
  • Das waren auch Zeiten für sehr grundlegende Fragen, die sich uns damals aufdrängten: Was ist (mir wirklich) wichtig? Was ist (wirklich) notwendig? Und: Wozu? Letztlich: Was sind meine Bedürfnisse – wenn ich Zeit habe, so wie jetzt? Und was fehlte mir, als ich keine Zeit hatte? Die Zeit- und Selbstkompetenz profitierte von der Reflexion solcher Fragen und Themen. Dank der reflexiven Eigenzeiten, die wir uns aus gegebenem Anlass geben mussten.
  • Es gab mal wieder Zeit für die gepflegte Langeweile. Denn es dauerte eine lange Weile bis die individuelle Zeitorganisation so weit war, eine möglichst stimmige zeitliche „Auslastung“ aus dem nicht vorhandenen Hut zu zaubern. Und: War doch gar nicht so schlimm, die Sache mit der Langeweile. Mittlerweile werden erste Stimmen laut, die sie vermissen wollen …
  • Da kann ich ja nur lachen! Übrigens ist das Lachen eine Eigenzeitform, die ich damals überraschender Weise bei mir und anderen stark beobachtet habe: Humor und Lachen haben mich immer wieder gefreut. Und andere womöglich auch. Sonst gab’s ja auch nicht viel zu lachen.
  • Es gab damals offenbar eine Menge Menschen, die sich ihre Langeweile damit vertrieben, lustige Videos in ihren Wohnungen zu produzieren und ins Netz zu stellen. Einige waren wirklich total witzig und komisch. Zeit zum Lachen. Das freut ja bekanntermaßen unser Hirn und es reagiert mit positiven Gefühlen. Die konnten wir damals gut gebrauchen.
  • Klar schwappten auch unzählige Angebote der Selbstoptimierungswelle, die in wenigen Tagen auf online umgestrickt wurden in unsere Wohn- und Esszimmer, in unsere Home-Offices und Fitnesskeller. Wie wild wurde da gestrampelt, gezappelt und sich wieder aufgerappelt, die Mitte gefunden in der Online-Meditation oder die nun schwer eingeschränkte Beweglichkeit im Online-Yoga trainiert. Zeiten, die vorher anderen Ortes und zu anderen Zeiten, oft gemeinsam mit anderen verbracht wurden, die wurden jetzt zu selbstbestimmten Eigenzeiten.

Sozialzeiten

  • Familien etablierten neue Rituale, es gab wieder Spielenachmittage und -abende, gemeinsame Ordnungsangriffe auf riesige Familien-Fotosammlungen, auf Spielzeug-, Bücher- und Kleidersammlungen – verbunden mit neuen gemeinsamen Erfahrungen von Nähe und Begegnung. Die oft geschundenen und zusammengedampften Sozialzeiten erlebten bei den Daheimgebliebenen, den sozial zwangsdistanzierten, eine Wiederauferstehung. Für einige war es auch eine Neuerscheinung, denn sie hatten Zeiten in der Familie zuvor so nie erlebt. Zeit dafür war’s ja mal.
  • Virtuelle Formen der Kooperation und Kollaboration wurden quasi übers Wochenende auch da zum Standard, wo bislang eher bremsend rumgeeiert wurde mit solchen Arbeitsformen. Viele verbrachten ihre Aufgabenzeiten nun im Home-Office und nutzen mit steigender Tendenz virtuelle Formen der Zusammenarbeit. Es wurde geskypt, gezoomt, geteamst, gewebExt und es entstanden neue Sozialzeiten im Netz – manchmal auch verbundenen mit ganz überraschenden Einblicken, z.B. auf die täglich wechselnde Kleidung bei den Online-Meetings (mal Fußballtrikot, mal schwarzer Anzug) und auf die Wohnungseinrichtung der KollegInnen, die ich sonst nie zu Gesicht bekommen hätte. Was Anlass gab, sich mal zu verabreden für später, der Zeit „danach“ … Sozialzeiten wurden reicher und qualitätsvoller.
  • Es wurde viel Neues erfunden, um die gemeinsam gewonnene – und manchmal auch belastende – Zeit zu gestalten. Dies wurde in Foren und in den Medien zur Verfügung gestellt und ausgetauscht. Sozialzeiten nahmen neue Formen an. Es wurden Spiele erfunden, Wettkämpfe in engen Wohnungen (und/oder im Netz) ausgetragen und gemeinsam neue Gerichte erfunden und gekocht (denn die bekannten waren angesichts der Wiederholungen bald fad geworden).
  • Die Zeiten im Netz nahmen stark zu. Anfangs wurde befürchtet, die Netze könnten es nicht schaffen und würden angesichts des erhöhten Datenvolumens zusammenbrechen. Der Videokonferenz-Verkehr stieg in der ersten Woche ab 16.03. um etwa 50 Prozent an, der Verkehr von Chat-Programmen wie WhatsApp verfünffachte sich innerhalb weniger Tage.[2] Mehr Sozialzeiten als je zuvor, so schien es, nur anders.

Aufgabenzeiten

  • Wurde zuvor oft an den Aufgabenzeiten, die die Kernaufgaben ja brauchen, rumgeschnippelt, so kehrte damals die Zeit zu den Aufgaben zurück. Im Home-Office ohne Störungen bleibt Zeit für Sorgfalt, Qualität und Kontinuität. Ich hoffe, dass kann ich jetzt, wo wir wieder „frei“ sind, beibehalten.
  • Es wurde mal wieder was (vieles?!) fertiggemacht. Nicht nur Liegengebliebenes endlich mal abgeschlossen, auch neu Begonnenes wurde zu einem Ende gebracht – ohne wie früher üblich, gleich ins nächste Projekt zu stolpern. „Gut anfangen und schlecht geendet, heißt das ganze Werk geschändet.“ Dieser sprichwörtliche frühere Dauerzustand wich tendenziell der Rückkehr zum guten Abschluss. Denn erst wer am Ende ist, kann gut von vorne anfangen 😉[3] Das ist psychologisch nicht uninteressant. Vielleicht hat es was damit zu tun, dass uns das Ende damals so nahekam und wir diese Realität, die wir sonst gerne verdrängt hatten, zum Anlass nahmen im Kleinen – zum Beispiel in der Bearbeitung unserer Aufgaben – gut Schluss zu machen.
  • Es gab plötzlich ganz viele völlig neue Aufgabenprofile angesichts der zahllosen Online-Ideen und der Notwendigkeit, sich neue Aufgabenformate zu überlegen, um weiter die eigene Existenz zu sichern. In meinem Feld waren das Online-Beratungs- und Lernformate, die innerhalb einer Woche die ganze Szene umkrempelten. Deshalb kann ich heute hier im Biergarten sitzen – mitten in der Woche. Mein nächstes Webinar ist erst morgen, dazu zwei Telefoncoachings und ein Transfer-Videochat mit jungen Führungskräften. Das hatte ich zuvor natürlich auf dem Schirm, aber jetzt musste ich es machen. Heute sind meine Aufgaben ganz anders geschnitten. Und meine berufliche Reisezeit im vierten Quartal ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert. Das hatte ich früher immer herbeigesehnt.
  • Es purzelten (neben viel Wort- und sonstigem sinnverdünntem Müll) permanent neue prima Ideen aus dem Netz, aus denen sich private, freiwillige oder berufliche Aufgaben entwickeln ließen. Die Kreativität in der Aufgabendimension nahm in einem für mich ungeahntem Maße zu.
  • (…)

Organisationszeiten

  • Wir wurden in die Selbstorganisation organisiert. Die Organisationen organisierten unsere Home-Offices, die Arbeitsmittel, die Kommunikationswege – und fertig. Und dann konnten wir uns organisieren so wie wir es wollten. Wir mussten es aber auch. Nach kurzer Eingewöhnung klappte das prima.
  • Und – das berichten viele Kolleginnen und Teilnehmerinnen aus Organisationen – die gefürchteten Meetingtermine gingen zurück. Die Online-Meetings waren viel disziplinierter und zeitlich besser begrenzt. Die dichtere Sprachkommunikation in virtuellen Räumen reduzierte die früher gefürchteten Mailfluten. Hoffentlich bleibt uns das erhalten …
  • Organisationale Routinen und Prozesse wurden auf den Prüfstand gestellt, weil sie ohnehin angeschaut und angepasst werden mussten angesichts der veränderten Bedingungen. Das führte dazu, dass die Organisationszeiten, die dadurch entstehen, dass die Organisation (in unzähligen Stäben, Referaten, Fachabteilungen), die Organisation (vermeintlich immer besser) zu organisieren versucht, dass diese „Organisationzeiten“ zurückgegangen sind zugunsten von mehr Eigenverantwortlichkeit und Lebendigkeit. Einige Kollegen und Kunden vermuten sogar, jetzt endlich könne sowas wie die vielbesungene „Agilität“ gelingen. Na ja: die (Organisations-) Zeit wird’s zeigen.

Kulturzeiten

  • Es entwickelten sich Zeitkulturen, wie wir sie noch im Februar dieses Jahres nicht auf dem Schirm hatten. Der Schirm wurde dann zum Bildschirm, zur Oberfläche, die aber entgegen den üblichen Verdächtigungen einen ungeahnten Tiefgang ermöglichte. Die Zeiten im Netz, bislang oft als verschwenderisch und oberflächlich verschrien, bekamen eine neue Qualität. Wir kamen uns im Familienchat näher als auf manch langweiligem Familientreffen (das wir zudem oft kurzfristig absagen mussten, leider …). Die Zeiten im Netz wurden uns wertvoll. Sie bekamen die Qualität von Nähe und echter Begegnung. Nähe, so scheint es, braucht auch Distanz. Ich hoffe, es gelingt uns, diese Distanzhalter zu erhalten. Denn so viel Nähe, wie ich seit dem Frühjahr erfahren hab, möchte ich nicht missen. Und die Zeiten dafür auch nicht.
  • Diese Netzzeiterfahrungen wurden dann auch prägend für unsere „echten Begegnungen“. Die fanden ja dann auch auf Distanz – ohne Umarmungen und die ganzen üblichen Bussis – von Balkon zu Balkon statt. Da wurde zusammen geklatscht und gesungen. Ein neues Miteinander wurde uns möglich. Zeiten miteinander aus der sozialen Distanz heraus.
  • In vielen Familien wurde es zur Kultur, Zeit miteinander im Netz zu verbringen. Wir behalten diese Kulturzeiten bei. Sie sind uns gleichwie „heilige“ Rituale geworden.

Naturzeiten

  • In meiner Wahrnehmung zog es viele Menschen in die Natur. Der Spaziergang erlebte eine Renaissance. Zeiten in der Natur wurden wiederentdeckt.
  • Am Samstag, dem 21.03.2020 schlug der Chef des Bundes Deutscher Forstleute vor, Bäume zu umarmen. „Der Aufenthalt unter Bäumen unterstütze das Immunsystem, senke den Stresslevel und stärke den Körper.“[5] Na ja, dachte ich mir – und dachte mir das meine. Was die Zeit zu Hause bei mir seither ausgelöst hat, ist eine höhere Sensibilität für die Rhythmen der (inneren und äußeren) Natur, die ich als sogenannter Zeitforscher zwar immer benannt, aber meist doch kreativ ignoriert hatte. Ich habe seither die Jahreszeiten, die Tages- und Nachtzeiten, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge bewusster wahrgenommen und mich immer wieder gefragt, welche Zeit wann für was für mich geeignet ist. Und ja: Heute war schönes Herbstwetter: Zeit für einen Spaziergang in Bayerns schönsten Biergarten und einen Blick in die Natur.[6]
  • Daheimbleiben, Mobilität einschränken, Reisen vermeiden – das hatte sicher auch nicht unbeträchtlichen Einfluss auf den Klimaschutz. Das hatte keiner so auf dem Schirm: dass eine Orientierung an einer Naturzeit – hier der Lebenszeit, der Ansteckungs- und der Ausbreitungszeit des Virus – dazu führt, dass die Natur auch mal wieder Zeit hatte, Luft zu holen. Ich hoffe, das bleibt so. Und hole jetzt mal tief Luft.“

Zitat Ende – vom 22. März 2020, geschrieben mit Blick von einer Zukunftsreise in den Oktober 2020. In die Herbstzeit also.

Wer jetzt noch nicht genug hat mit den Rück- und Ausblicken und genug Herbstzeit kann hier und da weiter fündig werden und Ausblicke im Rückblick für erfüllte Herbstzeiten nutzen.

Oder eben – wie ich es damals geschrieben hatte – im Biergarten (oder wahlweise: am Kachelofen) sitzen und sich wie damals sagen: „Auch schön. Heute wäre viel zu tun. Aber ich tue nix – und genieße die Herbstsonne im Biergarten.“ (wahlweise: die Gemütlichkeit am Ofen).

Herbstzeiten können Zeiten zur Rückbesinnung sein.

Gute Herbstzeiten mit Gesundheit und Gelassenheit.

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Herbstzeiten eignen sich zudem auch für den neuen ORTHEYs-Zeitzeichen Podcast:

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Gute Zeiten!

Orthey, Frank Michael

ZEITZEICHEN

Ein ABC unserer Zeit.

ISBN 978-3-7504-3216-1

€ 19,99 [D] incl. MwSt.

Erhältlich bei BoD: https://www.bod.de/buchshop/zeitzeichen-frank-michael-orthey-9783750432161

 

[1] Vgl. Orthey, Frank Michael: Zeitumstellung. Für einen guten Umgang mit der Zeit. Haufe Gruppe, Freiburg, München, Stuttgart 2017

[2] BILD am 18.03.2020: https://www.bild.de/digital/internet/internet/coronavirus-wie-homeoffice-und-streaming-aufs-festnetz-wirken-69442866.bild.html

[3] Frei nach Karl Valentin.

[5] Süddeutsche Zeitung vom 21./22. März 2020, Nr. 68, S. 10, Panorama

[6] https://www.klosterbraeustueberl.de/


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