Adventus steht im Lateinischen für Ankunft. Im religiösen Zusammenhang bezieht sich diese auf die freudige Erwartung der Ankunft des Herrn Jesus. Adventszeit, das war im kirchlichen Kontext zudem eine „geschlossene Zeit“, in den orthodoxen Kirchen ist sie bis heute eine Fastenzeit. In „geschlossenen Zeiten“ durfte weder gefeiert noch getanzt werden. Das war lange vor Lockdown-bedingten Einschränkungen. Nun wird uns die Zeit, die zu einer eventisierten Kitsch- und Einlullzeit im Glühweinnebel mutiert war, von höherer Stelle geschlossen. Vorsorglich bleibt vieles geschlossen – darunter auch die sogenannten Adventsmärkte (eine gewagte Wortschöpfung, die für die Vermarktlichung und Ökonomisierung der Vorfreude steht). Alles geschlossen, damit dann pünktlich zur Ankunft wieder Zeit zum Feiern mit den Lieben ist. So die Hoffnung jedenfalls. Hoffnung ist sowieso gut in diesen Zeiten. Viele richten sie auf einen Impfstoff, andere auf ein Wunder und wieder andere Realitäts-Verrückte darauf, dass ihre verqueren Konstruktionen vielleicht doch stimmen könnten. Wenige finden auch die Hoffnung in dem, was die (aktuell: zwangsweise) geschlossene Zeit eben auch ermöglicht. Sie finden die Hoffnung in sich, im neu entdeckten Ich des Jahres 2020 und seinen lange verdeckten Facetten, in neu konfigurierten Wir-Erfahrungen, zwischen intensiv sozial und intensiv digital, finden sie in neuen oder wiederentdeckten Erfahrungen mit der Zeit bzw. dem, was wir als Vorstellung dazu machen und es dann so nennen. Sie (er-) finden diese Vorstellungen von Zeit neu – und variieren sie immer wieder anders.

Drei Möglichkeiten, um dies – die Zeiten variieren – mit Hilfe des ORTHEYs-Zeit-Satz-Variators zu tun:

Wir brauchen die Zeit, um uns im Nacheinander zu verorten. Wir können ja auch nicht überall gleichzeitig sein. Insofern verwenden wir auch Landkarten, Lagepläne und solche Sachen, damit wir uns auskennen an den Orten, in den Räumen und Gegenden, wo wir uns aufhalten. Um uns verorten zu können. Mittels dessen, was wir Zeit nennen, verorten, sortieren wir uns im Nacheinander. Zunehmend häufiger versuchen besonders flinke ZeitgenossInnen dies Nacheinander über Vergleichzeitigungen auszuhebeln. Das sind die Simultanten, die Master of Multitasking-Desaster, die dann auch schnell mal aus der Zeit fallen im Burnout und solchen modischen Sachen, die es anscheinend braucht, um endlich mal wieder Zeit für sich selbst zu haben. Das geht auch ein Spur einfacher – und günstiger: Pflegen Sie sich in einem geordneten Nacheinander mit ausreichenden zeitlichen Dehnungsfugen und Flexibilität. Ihre Zeit wird es Ihnen danken. Das kann in der geschlossenen Zeit im Advent gratis getestet werden.

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Die Gehirnforscher haben uns die Erkenntnis beschert, dass wir emotionsgesteuert sind. Auch in dem, was wir Verstand nennen: Jeder Ratio ist eine Emotion vorgeschaltet. Bevor wir denken, ist im limbischen System längst entschieden worden, wohin die Reise des Denkens geht. Wir kennen das von der Zeit – und erkennen es daran, wie wir sie erleben, spüren und fühlen. Mal scheint sie vorbeizufliegen, zu verrinnen, mal zieht sie sich wie Kaugummi, will nicht enden. Das liegt am Gefühl, was wir gerade so empfinden. Das ist angesichts einer neuen sommerlichen Verliebtheit ein anderes als bei einem sich dahinhinschleppenden Online-Meeting im Dezember-Lockdown-Home-Office. Unser Zeitempfinden ist gefühlsgesteuert. Insofern ist klar, wohin die (Zeit-) Reise geht: Versorgen Sie sich mit guten Gefühlen. Besonders dann, wenn sich die nicht so guten gerade in den Vordergrund zu drängen versuchen. Ihre Zeiten werden es Ihnen danken.

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Das wär‘ doch mal was: Die Zeit genießen! Statt zu hasten ohne zu rasten, statt zu hetzen ohne sich auch mal zu setzen, zu rennen ohne zu pennen und ohne sich jemals am Ziel zu fühlen. Stoppen, innehalten, zur Ruhe kommen und finden, was wir heute oft als knapp erleben: die Zeit. Wem die Vorstellung gefällt, die- oder derjenige kann sich ja mal ein sogenanntes „Zeitfenster“ einplanen, sich dann an einen schönen Platz in der Natur begeben, Durchatmen und schönen Gedanken und Phantasien folgen. Und zwar ohne auf die Uhr zu schauen oder übers Display zu wischen. Dann fühlt sich die Zeit ganz anders an. Auch die nachher übrigens. Dann, wenn die Zeit der Ankunft gekommen ist.

Gute Zeiten im Advent!

Mehr Zeit-Sätze zum Variieren finden Sie im ORTHEYs-Zeit-Satz-Variator für gute Zeiten: https://ortheys.de/shop/

Die Adventszeit eignet sich auch für den neuen ORTHEYs-Zeitzeichen Podcast:

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Gute Zeiten!

ZEITZEICHEN

Ein ABC unserer Zeit.

ISBN 978-3-7504-3216-1

€ 19,99 [D] incl. MwSt.

Erhältlich bei BoD: https://www.bod.de/buchshop/zeitzeichen-frank-michael-orthey-9783750432161

Kategorien: Zeitforschung

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