Urlaubszeit

Da ist sie – endlich! – wieder. Herbeigesehnt und bereits lange ge- und verplant: die sommerliche Urlaubszeit. Gemeinsam mit der Familie beim Campen, zu zweit beim Wandern, mit besten Freunden auf der Trecking-Tour oder mit den Fahrradfreunden über die Alpen, Kunst und Kultur bei einer Städtetour genießen, über die Meere oder Flüsse kreuzen, vielleicht auch ganz pauschal irgendwo hin jetten und den Bauch in die Sonne halten (Vorsicht Verbrennungsgefahr) oder – auch das genießen manche – zuhause bleiben und die Leere der Städte und der Stadtbäder genießen. Und mal wieder aufräumen und danach abhängen und das tun, was sonst zu kurz kommt. Oder gar nix. Urlaubszeit, das bedeutet meist einen bewussten Ortswechsel oder es bedeutet, bekannten Orten eine andere Bedeutung zu geben, sie in anderer Weise zu nutzen und zu genießen. Und es bedeutet auch, an diesen (Urlaubs-) Orten andere Zeitmuster zu wählen und zu verwirklichen. Erst dadurch entsteht an den jeweiligen Urlaubsorten das, was wir als „Urlaub“ erleben wollen. Durch veränderte Zeitmuster und Formen, mit der eigenen Zeit mal anders umzugehen. Würden Urlauber ihre üblichen zeitlichen Gewohnheiten beibehalten, dann würde sich auch an den sogenannten Urlaubsorten kein wirkliches Urlaubsfeeling einstellen. Dann wäre alles wie immer – nur woanders, aber keine Urlaubszeit. Die Zeit macht den Unterschied, der sie zur Urlaubszeit werden lässt. Endlich wieder mal zur Ruhe kommen, Zeit haben für gute Gespräche mit der Familie, es mal wieder richtig krachen lassen und danach chillend rumlümmeln, ein gutes Buch genießen, einfach in die Luft starren und mal bewusst nichts tun, viel – oder manchmal auch: wenig – erleben und gemeinsam was unternehmen, kurzum: Zeit anders verbringen und nutzen als im oft als zermürbend wahrgenommenen Alltagsbetrieb. Das sind die Vorstellungen von der Urlaubszeit. Abgesehen davon, dass es sich dabei oft auch um Erwartungsüberfrachtungen handelt, die (leider) nicht selten enttäuschend enden, ist das zeitlich Andersartige der ersehnte Nutzen der Urlaubszeit. Mal wieder im Bett frühstücken und nicht mit dem Wecker aufstehen, nicht dem Diktat des Outlook-Kalenders folgen müssen, nicht überfordert sein von der permanenten Zeitverdichtung und Vergleichzeitigung, sich frei machen und fühlen von den üblichen Zwängen, (endlich) mal wieder entspannen – und das meint heute eben auch: sich enthetzen. Urlaubszeit bedeutet, Zeiten alternativ zu gestalten und sie deshalb wieder und anders zu genießen. Um dann danach wieder mit neuer Energie ins Hamsterrad zurückkehren zu können und ordentlich Gas geben. Oder bestenfalls versehen mit guten Vorsätzen, einige kleine Zeitumstellungen zu veranlassen 😉

Urlaubszeit heißt: Unterschiede zu machen, die einen zeitlichen Unterschied machen. Zur Arbeitszeit und zu alltäglichen Formen des üblichen Zeitvertreibs. Das wird als Urlaub erlebt. Ohne Pläne – oder eben mit anderen, mit Urlaubsplänen. Die haben meist andere Fristigkeiten, Termine, Deadlines und Flexibilitäten als die gewohnten, die streng durchgetakteten Arbeits- und Alltagszeiten. Insofern können Urlaubszeiten neben dem wünschenswerten Genuss- und Erholungseffekt auch Zeiten sein, um etwas zu lernen über das, was der Mensch, der ja nicht immer nur Urlauber ist, mit seiner Zeit auch nach der Urlaubszeit anders machen und anfangen könnte. Damit seine Zeiten wieder besser zu ihm oder ihr als Person passen und stimmiger erlebt werden können. Dann wird Urlaubszeit zu einer wirklich heilsamen zeitlichen Musterbrechung.

Wer Lust und (Urlaubs-) Zeit hat für eine entspannte Lektüre im Hinblick auf diese kleinen Zeitumstellungen, für die- oder denjenigen gibt es das gleichnamige Buch.

Schöne, erholsame und bereichernde Urlaubszeiten wünschen Astrid und Frank Orthey.

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Zur Urlaubslektüre geeignet: Frank Michael Orthey: Zeitumstellung. Für einen guten Umgang mit der Zeit. Haufe-Lexware.

Leseprobe unter www.zeitumstellung.jetzt

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Rezension von der Redaktion des Projekt Magazins

Eine Urlaubslektüre mit praktischem Nutzen: „Zeitumstellung“ von Frank Orthey. Der Autor gibt Denkanstöße, wie man in der heutigen, hektischen Zeit wieder genügend Zeit für sich, die Familie und Freunde findet. Orthey informiert im ersten Teil über die unterschiedliche Wahrnehmung und Gestaltung von Zeit – von der Antike bis zur Postmoderne. Im zweiten Teil sensibilisiert er den Leser für die eigene Zeitwahrnehmung. Zum Schluss wird es praktisch: Hier beschreibt der Autor, wie man seine eigene Zeitgestaltung analysiert und so ändert, dass man sich nicht länger gehetzt fühlt.

Fazit: Das Buch liest sich kurzweilig und enthält doch viele Informationen. Zahlreiche Tipps und Denkanstöße regen dazu an, die eigene Zeitwahrnehmung und -gestaltung zu hinterfragen, zu analysieren und die eigenen Prioritäten neu zu setzen. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu anderen Zeitmanagement-Büchern ist, dass es nicht nur auf die Optimierung des eigenen Zeitmanagements im beruflichen Umfeld eingeht. Vielmehr zeigt es Möglichkeiten auf, Zeit für Beruf, sich selbst, Familie, Freunde und die Natur miteinander zu vereinbaren.

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